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photo: Su-Kyung Han
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„Amerikas Kreuzzüge” von Nachrichtenmoderator Claus Kleber
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Su-Kyung Han, Heidelberg, 11. Januar 2005
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Claus Kleber, charmanter Journalist, Moderator und Chef des „heute Journals“ im ZDF besuchte am Freitagabend Heidelberg, nicht um über nachrichtenwerte Ereignisse zu berichten, sondern sein neues Buch „Amerikas Kreuzzüge“ zu präsentieren. So saß er diesmal nicht im ZDF Studio als Nachrichtenmoderator, sondern als Buchautor im Lesungssaal des deutschamerikanischen Instituts (dai).
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Wie erwartet, kamen sehr viele Interessenten, ihn „live“ zu sehen, was seine Popularität hervorhebt, der Lesungssaal war hoffungslos überfüllt, leider hatte nicht jeder das Glück, einen Sitzplatz zu bekommen, so mussten manche Besucher auf dem Boden sitzen oder stehen.
Er erzählte aus seiner 15 Jahre langen Erfahrung als Korrespondent im Team des ARD-Studios Washington, woher der Weltmachtanspruch der USA kommt und was die Weltmacht treibt. Von Anfang an schloss er die voreiligen Urteile über Amerika und Bush, die in den vergangenen Jahren infolge des Präventionskriegs gegen den Irak, ohne irgendwelche nachvollziehbaren Gründe, entstanden, aus und gab kein endgültiges Urteil über das Land ab. Aus seiner Sicht versucht er die möglichen Beweggründe für den politischen Kurswechsel der selbsternannten „unentbehrlichen Nation“ nach dem 11. September 2001, für das „lächerlich“ erscheinende Pflichtgefühl Amerikas als Retter des Weltfriedens mit seinen eigenen Wertvorstellungen und Durchsetzungsmethoden, für Bush´s neokonservative Außenpolitik gepaart mit religiösen Motiven und für die Stimmungslage der amerikanischen Bevölkerung während des Präsidentenwahlkampfes letzten Jahres zu finden.
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Zu dem Titel seines Buches „Amerikas Kreuzzüge“ schreibt er: „Nichts spricht dafür, dass George W. Bush Gottes Führung als Auftrag zur Weltmission versteht. Eher läuft er Gefahr, zu Hause an die amerikanische Verfassung zu stoßen, die klar eine Trennung zwischen Kirche und Staat verlangt. Sein weltweites Sendungsbewusstsein hat, wie zu zeigen sein wird, problematische Auswirkungen, aber sein Kreuzzug ist weltlich, sozusagen ein Kreuzzug ohne Kreuz. Dennoch passt der Begriff: Auch die mittelalterlichen Eroberungszüge ins Morgenland waren ja durchaus weltlich motiviert".
Über das weltweite politische Verhandlungsvermögen Amerikas, wie beispielsweise Colin Powell als Außenminister während seiner Amtszeit zugespitzte Krisen in entlegenen Ecken des Globus durch aktives Management, sogar aus der Entfernung, zur Entspannung führen konnte, schreibt Claus Kleber „ein solcher Einfluss kommt nicht von ungefähr. Amerika hat den Globus aufgeteilt. In über hundertzwanzig Ländern sind heute amerikanische Special Forces im Einsatz. Für jeden Quadratmeter Erdoberfläche ist einer von vier regionalen Commandern zuständig. Jeder verfügt allein für den Betrieb seines Hauptquartiers über zweistellige Millionenbeträge, dazu kommt die militärische Macht".
Das Publikum war fasziniert über seine authentischen Erzählungen zahlreicher Episoden wie das zufällige Treffen mit Monica Lewinsky während der Regierungszeit Clintons, die Interviewszene mit dem Mann aus Texas zum „Kopfschütteln“ bis zu seiner warmherzigen Einladung eines afghanischen Jungen nach Deutschland im Anschluss an die Dreharbeiten zu seinen neuen Filmen über Afghanistan. Nicht zu letzt über das aktuelle Ereignis des Bushbesuchs in Mainz, „was Mainz zu „Pyöngjang“ gemacht hat“, so kommentierte er ironisch die übertriebenen Sicherheitsmaßnahmen. Mit solch humorvollen Bemerkungen, er hätte nicht gewusst, dass Bush wegen seines Buches nach Mainz kommen würde, die im Gegensatz zu seinem hart klingenden Buchtitel stehen, sorgte er im Saal für eine erheiterte Atmosphäre. Nach der Lesung nahm er sich Zeit, Fragen zu beantworten und sein Buch zu signieren.
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