Mythos Globalisierung?
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Kai Hafez zeigt, warum die Medien nicht grenzenlos sind
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Wiesbaden, 2005 |
Die Globalisierung: Politische Grenzen fallen, Arbeitsplätze sind über Ländergrenzen hinweg austauschbar, die Menschen sind über eine globalisierte Medienwelt vernetzt und genießen völlige Informationsvielfalt. "Von McWorld zum McJihad?" fragt Kai Hafez und entblößt aus Sicht des Kommunikationswissenschaftlers die gesamte Globaliserungsdebatte in seinem pointiert formulierten Buch Mythos Globalisierung als bloße Utopie.
Denn gerade die "Globalisierungstreiber Medien" erweisen sich in weiten Teilen der Welt als konservative kulturelle Kraft. Ob Auslandsberichterstattung, Satellitenfernsehen, das Internet, Filmproduktion oder andere Gebiete der Medienproduktion und -nutzung: Lokale, nationale oder regionale Prozesse prägen weltweit noch immer in hohem Maß die Medienlandschaft. Politische und ökonomische Dimensionen eines "Weltmediensystems" existieren erst in Ansätzen. Im Bereich der Massenmedien ist die Globalisierung ein wissenschaftlich kaum fassbarer "Mythos", der dringend einer realistischen Revision bedarf, um das politisch bedeutsame Projekt zukunftsfähig zu machen.
So stellt Kai Hafez am Ende seines Buches die Frage: "Globalisierung - ein notwendiger Mythos?". Die Antwort ist ein Apell an die Wissenschaft: "Eine grandiose Utopie sollte durch nüchterne und vorurteilsfreie Analysen gestärkt werden."
Kai Hafez ist Professor für Kommunikationswissenschaft und forscht zum Vergleich von Mediensystemen und Kommunikationskulturen an der Universität Erfurt. Er ist Senior Associate Fellow am St. Antony's College der University of Oxford.
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