Im Vorfeld des G-8-Gipfels in Japan hat Rockstar
und Armutsaktivist Bob Geldof einen globalen Agrar-Fonds für Afrika
gefordert. "Das beste Ergebnis des Gipfels wäre der Beschluss, einen
neuen globalen Fonds für die Landwirtschaft aufzulegen, unter
Federführung der Weltbank", sagte Geldof dem "Tagesspiegel"
(Donnerstagsausgabe).
In Afrika gebe es genug Land und genügend
Farmer. "Und es kann auch genug Essen für alle geben, wenn die Bauern
entsprechende Hilfe und endlich Zugang zum EU-Agrarmarkt erhalten",
sagte er vor dem Hintergrund der weltweiten Ernährungskrise.
Der
Anstoß solle von Deutschland ausgehen. "Ich würde mir wünschen, dass
Deutschland dafür die Initiative übernimmt", sagte Geldof, der nach
eigenen Worten zusammen mit U2-Sänger Bono an dem G-8-Treffen
teilnehmen wird. Die Regierungschefs der wichtigsten Industrieländer treffen sich vom 7.-9. Juli auf der japanischen Insel Hokkaido.
Geldof lobte Deutschland für seine Vorreiterrolle im Kampf gegen
Armut, forderte aber weitere Anstrengungen. "Bundeskanzlerin Merkel
hat eine exzellente Führungsrolle bei der globalen Armutsbekämpfung
übernommen.", sagte Geldof im Interview. In den nächsten beiden
Jahren werde sich Deutschland aber noch sehr anstrengen müssen, um
seine finanziellen Zusagen zu erfüllen. "Ich bin ganz
zuversichtlich, dass Deutschland seine Entwicklungshilfegelder weiter
aufstockt", sagte Geldof.
Deutschland hat bislang nur zwölf Prozent der auf 2005 auf dem
G-8-Gipfel in Gleneagles gegebenen zugesagten Entwicklungshilfegelder
überwiesen, berichtete die Entwicklungshilfe-Organisation Data am
Mittwoch.