Weltweit arbeiten knapp drei Milliarden Menschen – etwa 1,8 Milliarden Männer und 1,2 Milliarden Frauen. Etwa 190 Millionen Menschen gelten nach den Kriterien der Internationalen Arbeitsorganisation ILO als arbeitslos. Doch die Arbeit ist sehr ungleich verteilt – und selbst bezahlte Arbeit bedeutet noch längst keine soziale Sicherheit.
Fast die Hälfte aller Frauen über 15 Jahren hat überhaupt keinen Zugang zu wirtschaftlichen Aktivitäten: Über 1,1 Milliarden Frauen müssen für ihre Familien sorgen – Kinder erziehen, Wasser holen, kochen, auf dem Feld mitarbeiten, die Wohnung in Ordnung halten.
Weitere 300 Millionen Frauen helfen unentgeltlich im Familienbetrieb mit, fast 100 Millionen sind offiziell arbeitslos. Dazu kommen noch einmal etwa 320 Millionen Frauen, die als „Selbständige“ gezählt werden. Die meisten halten sich dadurch über Wasser, dass sie Müll sammeln und auf eigene Rechnung verkaufen, kleine Garküchen unterhalten, selbst Genähtes verkaufen, Obst oder Gemüse auf dem Markt anbieten und so weiter. Auch Prostituierte gelten als „selbständig“.
Einigermaßen gesicherte Einkünfte haben weltweit nur jene rund 570 Millionen Frauen, die regelmäßig Lohn bekommen oder sogar selbst einen Betrieb mit eigenen Angestellten führen. Je ärmer die Region, desto geringer der Anteil der Frauen in solchen verhältnismäßig sicheren Beschäftigungsverhältnissen. In der arabischen Welt gilt nur ein Drittel aller Frauen überhaupt als berufstätig – nur etwa die Hälfte davon wird für die Arbeit bezahlt. Auch in Südasien arbeitet jede dritte Frau, doch nur ein Siebtel davon erhält Lohn.
Gewandelt haben sich die Arbeitsfelder. Waren vor zehn Jahren noch die meisten Frauen in der Landwirtschaft tätig sind heute über 46 Prozent aller berufstätigen Frauen im Dienstleistungssektor beschäftigt. Geblieben ist freilich die Benachteiligung gegenüber den männlichen Arbeitern. In ihrem jüngsten Bericht „Global Employment Trends for Women“ stellt die ILO nüchtern fest, dass Frauen niedriger bezahlt werden, riskantere und schlechtere Arbeiten übernehmen, weniger sozial abgesichert sind und stärker in ihren Grundrechten eingeschränkt werden als männliche Arbeitnehmer.
Doch es gibt auch Fortschritte. Insbesondere steigt das Bildungsniveau der Frauen. Selbst in Indien und in arabischen Ländern besuchen immer mehr Mädchen eine Schule, immer mehr junge Frauen erhalten eine Ausbildung. Damit verbessern sich die Voraussetzungen für die künftige Berufstätigkeit von Frauen in praktisch allen Regionen der Erde.
Noch allerdings ist grade die Jugendarbeitslosigkeit weltweit bedrückend. Das gilt für junge Männer und Frauen gleichermaßen. Der ILO zufolge ist die Wahrscheinlichkeit arbeitslos zu werden unter den 15 bis 24-Jährigen dreimal so hoch wie bei älteren Arbeitnehmern.