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Photo: Su-Kyung Han
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Indien: Armut ist überall (한글)
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Armut ist nicht nur eine Sache des Verständnisses, sondern eine Aufgabe zum Überwinden
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Su-Kyung Han, Indien
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Wenn man die wirtschaftliche Entwicklung Indiens mit seinem atemberaubenden Tempo der vergangenen Jahren beobachtet, hat man keinen Zweifel daran, dass Indien neben China in absehbarer Zukunft auf der internationalen politischen und wirtschaftlichen Bühne eine entscheidende Rolle spielen wird. Aus der Perspektive der gesellschaftlichen Entwicklung gesehen ist es aber nur ein betrügerisches Bild, weil der Lebensstandard der meisten Menschen in den letzten Jahren trotz des rapiden wirtschaftlichen Aufschwungs des Landes immer noch gering ist. Obwohl Indien gerne seine schönste Seite präsentieren mag, was im indischen Fernsehen oder in den „Bollywood“-Filmen als selbstverständlich dargestellt wird, ist der Alltag der indischen Mehrheitsbevölkerung trostlos.
Die ausländischen Besucher sind überrascht oder sogar schockiert wegen des grossen Unterschiedes zwischen der realen indischen Gesellschaft und der inszenierten paradiesischen Welt. Häufig erfährt man über die Medien Storys der Millionäre, die wie Hollywood Stars leben. Wenn solche Geschichten ein Stück Wahrheit enthalten und das Leben der reichen Inder widerspiegeln würde, dann hieße dies, dass der blühende Wirtschaftsboom Indiens nur den Reichen zugute kommt. Wenn sie aber eine Darstellung der Träume der Mehrheit der Menschen sein sollten, der Weg zu dieser Welt könnte sehr lange dauern, denn Indien hat eine enorme soziale Aufgabe vor sich.
Um zumindest einen Kunden zu gewinnen, bei den über 40°C glühenden Temperaturen verhandeln viele Rickscha- und Autorickschafahrer mit ihren Kunden auf der Strasse, was eine Alltagsszene Indiens ist. Trotz der harten Arbeitsbedingungen scheint dies noch ein erträgliches Leben vieler einfacher Menschen zu sein, die noch zu den glücklicheren gehören. Das Leben wie eine Eintagsfliege, der endlose Kampf eines Familienvaters um das tägliche Brot, die mittlerweile gesellschaftlich akzeptierte Kinderarbeit, die unzähligen schlafenden Obdachlosen auf der Strasse, viele ausgesetzte behinderte und bettelnde Menschen in jeder Ecke der Städte, das ist ein typisches Alltagsbild der indischen Gesellschaft.
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Chaotische Baustellen, hochgezogene Häuser, gepflegte grüne Umgebungen in bestimmten Bezirken New Delhis, dies sind sicherlich Anzeichen für die wirtschaftliche Entwicklung, dies ist ohne Zweifel aber nur ein Teil des gesamten Bildes Indiens. „New Delhi ist für die drei „-tion“ bekannt, diese sind ´population`(Bevölkerungszahl) ´pollution` (Umweltschmutzung) und ´corruption`(Korruption)“, so ein Angestellter der Touristenreiseagentur. Es ist nicht schwer zu behaupten, dass dies auch für ganz Indien gilt. Hinter der Kulisse der hoch gepriesenen Entwicklung tauchen die neuen Gesichter als gesellschaftliche Probleme auf.
Es gibt keine klare Antwort darauf, ob das Wirtschaftswachstum Indiens überhaupt zu einer Lebensverbesserung der Armen beigetragen hat. Man hört nicht selten die Sorgen, dass durch den Wirtschaftsaufschwung die Kluft zwischen den Armen und Reichen vertieft wird. Wenn man dies aus der Sicht der einzelnen Menschen betrachtet, die mit dem hartem Alltag konfrontiert sind, klingt die ermutigende Annahme, „wenn immer mehr Menschen reicher werden, wird sich dies irgendwann auch auf die Armen positiv auswirken“, nicht realitätsrelevant und hoffnungslos.
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Die Armut, die als eine große Beeinträchtigung eines glücklichen Lebens gilt, ist mehr als eine Sache des Verständnisses, sie ist eine große Herausforderung zum Überwinden. Dabei dürfen die gesellschaftlichen Probleme nicht versteckt und ignoriert bleiben, sondern es müssen angemesse Lösungen gefunden werden. Ein wesentliches Problem liegt darin, dass die Armen der Entwicklungsländer ohne fremde Hilfe meist nicht in der Lage sind, sich selbst zu helfen. Mehr Aufmerksamkeit auf die Armen der unterentwickelten Länder ist nach wie vor nötig.
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