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Weltweit wächst der Energiehunger

Der jährliche Energiebedarf steigt vor allem in Asien

DWHH: Karl-Albrecht Immel, April 2006

Bis zum Jahr 2030 wird der Energiebedarf weltweit um mehr als 50 Prozent steigen. Global betrachtet setzt sich damit der jahrzehntelange Trend zu immer höherem Energieeinsatz unvermindert fort. Zwar sinken die Zuwachsraten in den Industrieländern, zugleich wächst aber der Energieeinsatz in den Entwicklungsländern immer schneller. Vor allem die boomende Wirtschaft in China und den asiatischen Tigerstaaten braucht immer mehr Energie – der Bedarf wächst allein in China momentan jährlich um rund zehn Prozent.

Der weltweite Energieverbrauch wird zu weit über 90 Prozent durch fossile Brennstoffe gedeckt. Den Experten der Internationalen Energieagentur zufolge wird sich daran auch in den nächsten Jahrzehnten nicht viel ändern. Der Anteil des Erdöls wird stabil bei gut einem Drittel bleiben, Gas wird zunehmen, die Kohle dagegen etwas zurückgedrängt. Insgesamt aber werden auch im Jahr 2030 über 80 Prozent der weltweiten Primärenergie aus diesen drei Energieträgern gewonnen werden – mit möglicherweise gravierenden Konsequenzen.

Der Ausstoß von CO 2 wird weiter steigen – allen internationalen Klimaabkommen zum Trotz. Da viele ärmere Länder auf Wirtschaftswachstum um jeden Preis setzen, wird der Einsatz moderner umweltschonender Technologien nicht mit dem steigenden Einsatz fossiler Brennstoffe mithalten.

Vor allem der steigende Importbedarf Chinas und anderer asiatischer Länder wird zu weiteren Preissteigerungen führen – für viele ärmere Länder ein ernstes Problem. Einerseits wird dadurch der Zwang erhöht, energiesparende Technologien einzusetzen, andererseits fehlt vielerorts das dafür notwendige Geld. So könnte sich die wirtschaftliche Kluft zwischen den schon fortgeschrittenen Entwicklungsländern und den am wenigsten entwickelten Staaten noch weiter vertiefen.

Unter knapperen Energieressourcen und steigenden Preise leiden vor allem jene Menschen, die nur wenige Dollar pro Tag zum Leben haben. Noch immer haben rund 1,6 Milliarden Menschen keinen Zugang zu elektrischem Strom. Die unzureichende Energieversorgung fürs Kochen, für die Beleuchtung, fürs Heizen oder zum Betreiben einfacher Pumpen und anderer Geräte trifft vor allem Frauen – sie erledigen weltweit den Löwenanteil an Arbeiten im Haus und auf dem Feld.

Viele der Millenniumsziele der Vereinten Nationen zur Verbesserung der Lebensbedingungen hängen von einer ausreichenden Energieversorgung ab. Schon heute zeichnet sich ab, dass diese Ziele in einzelnen Regionen nicht erreicht werden. Gründe dafür sind auch die knapper werdenden Energieressourcen, steigende Preise und fortschreitende Umweltprobleme.

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