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WWF bgrüsst Merkels 500 Millionen-Zusage und fordert internationalen finanzplan

UN-Umweltgipfel in Bonn (19. - 30. Mai): Mehr Schutz für Afrikas Regenwälder

28. Mai 2008

Der WWF begrüßt die Ankündigung von Bundeskanzlerin Merkel, neue Gelder für den Schutz der biologischen Vielfalt und insbesondere der Wälder zur Verfügung zu stellen. Die Kanzlerin erklärte heute zum Auftakt des Ministertreffens beim UN-Umweltgipfel, Deutschland werde von 2009 bis 2012 zusätzlich 500 Millionen Euro und ab 2013 jährlich 500 Millionen aufbringen. "Das ist das von allen erhoffte starke Signal der Kanzlerin an die Staatengemeinschaft", erklärte Jörg Roos, WWF-Sprecher auf dem UN-Gipfel. "Jetzt müssen andere Länder nachziehen. Denn auch mit diesen neuen Geldern ist das Ziel, den Verlust der biologischen Vielfalt bis 2010 zu bremsen, nicht zu erreichen. Dafür ist die Finanzierungslücke noch immer viel zu groß." Nach einer Berechnung des WWF investiert die Weltgemeinschaft derzeit etwa 3,8 bis 6,3 Milliarden Euro in Schutzgebiete - erforderlich sind jedoch 20 bis 30 Milliarden Euro.

Der WWF fordert die Umweltminister auf, ein klares Regime für die Finanzierung von Schutzgebieten zu schaffen. "Gerade in diesem Punkt gibt es bislang keine Fortschritte. Was wir brauchen, sind klare Festlegungen, wer bis wann wie viel Geld für den weltweiten Schutz der Artenvielfalt, Wälder und Meere gibt. Ohne einen verbindlichen Finanzierungs-Fahrplan wird das Artensterben weitergehen", so Roos. Ein Modell sei die von Merkel vorgeschlagene Finanzierung des Naturschutzes aus den Geldern des Emissionshandels.

Vorsichtiger als Umweltminister Gabriel bewertet der WWF die Fortschritte beim Streit um den Zugang zu natürlichen Ressourcen und der Gewinnaufteilung zwischen Konzernen und Herkunftsländern (Access and Benefit Sharing). Dabei geht es zum Beispiel um Medikamente, die aus tropischen Pflanzen gewonnen werden. "Die Verhandlungen hier in Bonn liefen schleppend und kontrovers. Aber wir sehen eine gute Chance, dass wir bis Freitag einen Fahrplan haben, mit dem die Staaten bis 2010 zu einer verbindlichen Regelung kommen. Klar ist aber auch: Solange wir diese Regelung nicht haben, werden die Konzerne weiterhin die Gewinne einstreichen, während die meist armen Herkunftsländer in die Röhre schauen", so WWF-Sprecher Roos.

 

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