Der WWF begrüßt die am heutigen Dienstag auf dem UN-Umweltgipfel in
Bonn vorgestellten Pläne der Demokratischen Republik Kongo, auf 13
bis 15 Millionen Hektar neue Schutzgebiete auszuweisen. Dabei
handelt es sich größtenteils um Regenwälder. Das Gebiet
entspricht der Größe Griechenlands. "Das Kongobecken ist eine
der artenreichsten Regionen unseres Planeten. Es ist nicht leicht,
in diesem krisengeschüttelten Land die Natur zu erhalten. Umso mehr
freuen wir uns über jede neue Rettungsaktion. Es geht darum, die
biologische Vielfalt für die Menschen zu erhalten", so Christoph
Heinrich, Leiter Naturschutz beim WWF Deutschland.
Das Projekt soll unter anderem im Rahmen der von Bundesumweltminister
Gabriel neu ins Leben gerufenen LifeWeb-Initiative finanziert
werden. "Der Kongo ist auf die Hilfe Dritter angewiesen.
Deutschland und weitere Industrieländer sind als Geldgeber
gefordert. Jetzt muss sich zeigen, ob die seit langem geplante
Kooperation zwischen Industrie- und Entwicklungsländern bei der
Rettung der biologischen Vielfalt funktioniert", so WWF-Sprecher
Heinrich.
Bereits heute steht ein Zehntel des Landes unter Schutz. Mit den
neuen Gebieten erreicht die Regierung ihr Ziel, 15 Prozent der
Landesfläche zu bewahren. Es entsteht eines der bedeutendsten und
größten Netze für den Erhalt der tropischen Regenwälder, betont
der WWF.
Die Demokratische Republik Kongo beherbergt auf ihrem Territorium die
Hälfte des afrikanischen Tropenwaldes. Hier leben bedrohte Arten
wie Waldelefanten, Gorillas und Bonobos. Die wachsende Bevölkerung,
der Raubbau an den Wäldern durch die Holzindustrie und den Abbau
von Bodenschätzen gefährden die biologische Vielfalt des
Landes."Der WWF unterstützt die Demokratische Republik Kongo bei
Planung, Einrichtung und Management der Schutzgebiete. Entscheidend
ist, dass auch die indigene Bevölkerung einbezogen wird", so
Andre Kamdem Toham, Kongo-Experte des WWF, der derzeit in Bonn am
UN-Gipfel teilnimmt.