Nepal: Gesundheitscamps auf dem Dach der Welt |
Medizinische Behandlung für über 12.000 Menschen in Not |
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Govinda, Berlin/Mughu, 04. Januar 2010 |
Die Gesundheitsversorgung in Schwellen- und
Entwicklungsländern ist meist unzureichend. Am höchsten ist die Not auf dem
Dach der Welt – in Nepal. In vielen Regionen gibt es keinerlei Gesundheitsversorgung
und die Lebenserwartung liegt bei unter 40 Jahren. Es ist die einzige Region
weltweit in der Frauen jünger als Männer sterben. Die deutsch-schweizerische
Hilfsorganisation Govinda baut deshalb ein Gesundheitscamp an einem der entlegendsten
Orte der Erde auf. Im westnepalesischen Himalaja kümmert sich ein weiteres
Mal ein 21-köpfiges internationales Team aus Ärzten und Pflegern um mehr
als 1.200 Bedürftige.
In weiten Teilen Nepals sind Hunger und Mangelernährung alltäglich. Über 5 Monate im
Jahr wird das Land durch Nahrungsmittellieferungen des World Food Programme versorgt.
Im vergangen Jahr sind die Lebensmittelpreise im Land wegen der Finanzkrise
um über 50% gestiegen. Der aktuelle UN-Report stuft Nepal daher als eines der 20 am
härtesten betroffenen Länder ein.
Infrastruktur mit Straßen, Strom und fließendem Wasser ist kaum vorhanden, ein flächendeckendes
Gesundheitssystem fehlt gänzlich. In den abgelegenen Gebieten des
Himalaya gibt es keinerlei medizinische Hilfe.
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| photo: Govinda e.V. |
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Das jährliche Gesundheitscamp der Hilfsorganisation Govinda deckt in erster Linie die zahnärztliche
und gynäkologische Versorgung ab. Die teilnehmenden Zahnärzte behandeln vorrangig
Karies, entfernen zerstörte Zähne und tragen schützenden Fluoridlack auf. Bei
gesundheitserzieherischen Maßnahmen erklären sie den Einwohnern die Grundlagen
der Zahnpflege.
Die Gynäkologen behandeln die Leiden hunderter Frauen. So führen die Fachärzte in
den meisten Fällen Gewebeuntersuchungen durch, therapieren Infektionen und Gebärmuttererkrankungen.
Diese meist risikofreien Eingriffe können die Betroffenen von andauernden Schmerzen
befreien ihre Lebensqualität über Jahre extrem steigern.
Teil des Ärzteteams sind der Zahnarzt Matthias Grawehr aus der Schweiz und die Gynäkologin
Sara Breitenmoser. „Patienten kommen aus entlegenen Tälern und nehmen
teilweise Fußwege von bis zu 48 Stunden und Passquerungen in über 4.000 Meter Höhe
auf sich“, berichtet Grawehr.
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„Das westnepalesische Karnali ist im Hinblick auf Hygiene
und Sanitäranlagen die rückständigste Region der Welt“, erläutert Grawehr weiter.
„Die Mütter- und Säuglingssterblichkeit ist extrem hoch und im einzigen Krankenhaus
der Region arbeitet praktisch kein Fachpersonal. Der Arzt muss jeden komplizierteren
Fall per Flug nach Südnepal abgeben. Die meisten Menschen können den 40 USD teuren
Transport jedoch nicht bezahlen. Ausgebildetes Personal wird außerdem zunehmend
in Industrienationen wie England, Australien und Kanada abgeworben. Das verschäft
das Problem weiter“, erklärt Sara Breitmoser.
Mehr als 1.200 Kinder und Erwachsene nahmen allein dieses Jahr beim Gesundheitscamp
in der Region Mughu an Behandlungen und Präventionsmassnahmen teil.
* Die Entwicklungshilfeorganisationen Govinda und Shangria-La organisieren Gesundheitscamps
bereits seit 2006.
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