Mauretanien: ein "EU-Polizist"?
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Neuer Amnesty-Bericht zeigt, dass Mauretanien auf Druck der EU
Tausende von Migranten menschenrechtswidrig behandelt und abschiebt
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| Berlin, 18 Juli 2008 |
In Mauretanien werden Flüchtlinge und Migranten
zu Tausenden festgenommen, misshandelt und massenhaft in
Nachbarländer abgeschoben, ohne gegen die Abschiebung gerichtlich
vorgehen zu können. Das schildert ein von Amnesty International veröffentlichter Bericht, dem kürzlich durchgeführte Recherchen vor
Ort zugrunde liegen.
Nach dem tödlichen Vorgehen gegen afrikanische Flüchtlinge in den
spanischen Exklaven Ceuta und Melilla in Nordafrika hat sich
Mauretanien zu einem neuen Zentrum für die Flucht nach Europa
entwickelt. Flüchtlinge und Migranten vor allem aus westafrikanischen
Ländern versuchen mit Booten, die Kanarischen Inseln und damit
spanisches Territorium zu erreichen.
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| photo: Amnesty International |
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Seit 2006 werden tausende Flüchtlinge festgenommen und nach Mali oder in den Senegal abgeschoben. "Die Umstände der Abschiebungen sind in vielen Fällen menschenrechtswidrig", sagte Amnesty-Flüchtlingsexpertin Julia Duchrow. "Das harte Vorgehen der mauretanischen Behörden ist eine Folge des intensiven Drucks der EU auf nordafrikanische Länder, irreguläre Zuwanderung nach Europa zu verhindern. Länder wie Mauretanien werden als EU-Polizisten missbraucht. Es ist Aufgabe der
EU sicherzustellen, dass Migranten nach menschenrechtlichen Standards
behandelt werden. Wir fordern die Bundesregierung auf, dafür zu
sorgen. Die mauretanischen Behörden und ihre Sicherheitskräfte
fordern wir auf, sich an die völkerrechtlichen Vorgaben zu halten."
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| photo: Amnesty International |
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Viele der verhafteten Flüchtlinge und Migranten werden in einem
Haftzentrum in der nördlichen Grenzstadt Nouadhibou festgehalten. In Mauretanien werden Flüchtlinge und Migranten zu Tausenden festgenommen, misshandelt und massenhaft in Nachbarländer abgeschoben, ohne gegen die Abschiebung gerichtlich vorgehen zu können.
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Das
von Gefangenen und Anwohnern "Guantanamito" getaufte ehemalige
Schulgebäude ist völlig überfüllt; bis zu 300 Menschen werden im
Monat dorthin verbracht. Die Gefangenen sind gerichtlicher Kontrolle
entzogen und werden teilweise misshandelt. Nach offiziellen
mauretanischen Zahlen wurden 2007 3.247 Personen in das Haftzentrum
gebracht. Unabhängig von ihrem Herkunftsstaat wurden alle nach
Senegal und Mali abgeschoben. Dabei werden sie oft an den Grenzen
ohne Transportmöglichkeit und mit nur wenig Nahrung ausgesetzt und
ihrem Schicksal überlassen.
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| photo: Amnesty International |
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