Nigerianisches Öl - Treibstoff für Verbrechen |
Nigeria: 10. Todestag von Ken Saro-Wiwa
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| Berlin, 03. November 2005, amnesty international |
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Ken Saro-Wiwa was a member of the Ogoni, an ethnic minority whose homelands in the Niger Delta have been targeted for oil extraction since the 1950s. President and founder of the Movement for the Survival of the Ogoni People (MOSOP), Saro-Wiwa led a nonviolent campaign against environmental damage associated with the operations of multinational oil companies. In 1993, MOSOP organised peaceful marches of around 300,000 Ogoni people - more than half of the Ogoni population. The same year, Shell ceased operations in the Ogoni region. In 1995, he was arrested and accused of incitement to murder following the deaths of four Ogoni elders, believed to be sympathetic to the military. Saro-Wiwa denied the charges, but was imprisoned for over a year before being found guilty and sentenced to death by a specially convened tribunal. On Nov 10 1995, Saro-Wiwa and eight other MOSOP leaders were hanged by the Nigerian military government.
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| photo: Copyright © ai |
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Zehn Jahre nach der Hinrichtung Ken Saro-Wiwas und weiterer acht Menschenrechtsaktivisten in Nigeria leben die Menschen im ölreichen Niger-Delta sehr gefährlich, wenn sie gegen Ölfirmen protestieren oder verdächtigt werden, die Ölproduktion zu behindern. Zu diesem Ergebnis kommt eine heute veröffentlichter Bericht von amnesty international (ai). Bewohner der nigerianischen Ölregion werden immer wieder Opfer schwerer Übergriffe durch nationale Sicherheitskräfte, insbesondere durch die 2004 zum Schutz der Ölfirmen gegründete "Joint Task Force". Menschen werden erschossen und vergewaltigt, Häuser und Dörfer zerstört. ai fordert die Regierung Nigerias auf, die Übergriffe unabhängig untersuchen zu lassen.
"Zehn Jahre nach der Kampagne der Ogoni für ihre wirtschaftlichen und sozialen Rechte beeinträchtigt die Ölproduktion noch immer Lebensverhältnisse und Umwelt der Menschen im Niger-Delta", sagte Mathias John, ai-Experte für Wirtschaft und Menschenrechte. "Noch immer ist willkürliche, oft tödliche Gewalt die Antwort des Staates auf die Proteste seiner Bürger. Noch immer leben die meisten Menschen im Delta unter der absoluten Armutsgrenze von einem US-Dollar pro Tag - obwohl sich die Einnahmen der nigerianischen Regierung aus dem Ölgeschäft zuletzt vervielfacht haben."
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Am 4. Februar 2005 schoss die Joint Task Force auf Demonstranten vor der Förderanlage Escravos der Firma Chevron. Dabei starb ein Mann, dreißig weitere Demonstranten wurden teilweise schwer verletzt. Weder die Soldaten noch Chevron Nigeria kümmerten sich um die medizinische Versorgung und den Transport der Verletzten. Am 19. Februar 2005 verübte die Joint Task Force einen Überfall auf die Gemeinde von Odioma. Dabei tötete sie mindestens siebzehn Menschen, vergewaltigte Berichten zufolge zwei Frauen und zerstörte achtzig Prozent des Dorfes. Bis heute hat es keine unabhängigen Untersuchungen zu diesen Vorfällen gegeben, noch sind die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen worden.
"Wenn Unternehmen Menschenrechtsverletzungen tolerieren, ignorieren oder sogar veranlassen und davon profitieren, machen sie sich mitschuldig", sagte John. "Chevron muss seine Rolle beim Escravos-Vorfall unabhängig untersuchen lassen, Shell die Vorwürfe, ein Subunternehmer der Firma habe Mitglieder einer teilweise kriminellen Gruppe in Odioma für Sicherheitsleistungen rekrutiert."
Zum Bericht (Englisch): "Ten years on: injustice and violence haunt the oil Delta"
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Amnesty International
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