terre des hommes-Erklärung zum Tag der Arbeit am 1. Mai
Über zwölf Millionen Menschen unterliegen Zwangsarbeit
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Osnabrück, 01. Mai 2006 |
Weltweit unterliegen derzeit rund 12,3 Millionen Menschen der Sklaverei. Die Hälfte von ihnen sind Kinder und Jugendliche. Zwangsarbeit, Schuldknechtschaft und Menschenhandel ermöglichen skrupellosen Geschäftemachern internationalen Schätzungen zufolge einen jährlichen Profit von über 40 Milliarden US-Dollar. Dies erklärte das entwicklungspolitische Kinderhilfswerk terre des hommes anlässlich des bevorstehenden Tages der Arbeit am 1. Mai.
Die meisten Zwangsarbeiter leben in Asien und hier insbesondere in Indien,
Bangladesh und Pakistan. Dort zwingt die weit verbreitete Schuldknechtschaft
häufig ganze Familien über Generationen in die Abhängigkeit von Unternehmern,
Großgrundbesitzern oder Geldverleihern. Kinder und Erwachsene schuften unter
katastrophalen Bedingungen in der Landwirtschaft, in Steinbrüchen und
Haushalten. In fast allen Ländern der Welt sind Zwangsarbeit und Sklaverei
verboten. Dennoch sind in einigen Staaten wie zum Beispiel Burma Regierung und
Militär oft selbst an der Ausbeutung von Menschen beteiligt.
"Die Durchsetzung von Verboten und der konsequente Schutz der Opfer scheitern oft an den politischen Kräfteverhältnissen, an Korruption und mangelndem Willen, wirksame Systeme der Arbeitsinspektion aufzubauen", erklärte Wolf-Christian Ramm, Pressesprecher von terre des hommes. "Wir unterstützen deshalb zum Beispiel in Indien Menschenrechtsorganisationen, die Opfer aus der Schuldknechtschaft befreien und ihnen durch Rechtshilfe und Ausbildung eine menschenwürdige Zukunft ermöglichen."
Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) leben auch in den
Industriestaaten etwa 360.000 Menschen unter sklavenähnlichen Bedingungen. In
Deutschland sollen etwa 15.000 Menschen unter Zwang zu unwürdigen Bedingungen
und ohne Entlohnung arbeiten. Sie sind Opfer von Menschenhandel und arbeiten zum
Beispiel in der Prostitution, auf dem Bau, in der Landwirtschaft und in
Haushalten.
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