Endstation Afrika: Alte Elektronikgeräte landen in Hinterhöfen und auf Müllhalden |
| München (ots), 20. Januar 2006 |
Die Industrienationen machen es sich zu leicht: Jedes Jahr exportieren sie Millionen Tonnen gebrauchter Elektronikgeräte in die Entwicklungsländer - unter dem Vorwand, dort für digitalen Fortschritt zu sorgen. Doch drei Viertel der Computer, Fernseher und Stereoanlagen sind nur noch Schrott, berichtet die Zeitschrift natur+kosmos in ihrer Februarausgabe. Die Geräte landen auf kaum gesicherten öffentlichen Deponien oder auf wilden Müllkippen und vergiften die Umwelt.
Die amerikanische Organisation Basel Action Network, die sich gegen den Handel mit gefährlichem Abfall einsetzt, hat die Situation in Nigerias Hauptstadt Lagos untersucht und erschreckende Zustände vorgefunden: Auf Hunderten von Halden türmen sich elektronische Geräte - oft mitten in Wohnvierteln. Um Platz zu schaffen wird der Schrott regelmäßig in Brand gesteckt, so dass Schwermetalle, Dioxine und andere organische Verbindungen ungehindert in Boden, Wasser und Luft entweichen konnten. Viele der Geräte trugen noch Hinweise auf die ehemaligen Besitzer. Demnach kommt der größte Teil der digitalen Altlast aus Europa und den USA.
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