Aktive der Kampagne für `Saubere` Kleidung werden heute, am Dienstag, den 22. April 2008, ihren Unmut über die rücksichtslose Konzernpolitik bei der Puma HV deutlich zum Ausdruck bringen. Erschreckende Recherchen, die das internationale Play Fair Bündnis gestern veröffentlichte, werfen ein schlechtes Licht auf den deutschen Sportartikelhersteller. Arbeitsrechtsverletzungen sind keine Ausnahme, sondern Norm beim Herzogenauracher Unternehmen. "Eine neue Maske zu erbitten, ist nicht so einfach. Wir geben die gebrauchte Maske zurück, und manchmal schimpfen sie erst mit uns, bevor sie uns eine Neue geben", so eine Arbeiterin, die für Puma produziert. Ihrer Aussage nach, sind die ArbeiterInnen gezwungen Schutzmasken aus Papier zu tragen. Diese müssen sie, bis die Masken keine Chemikalien mehr abhalten können, täglich waschen. Nach einer Neuen zu fragen ist mit Angst verbunden.
Der Gewinn der Puma AG 2007 beläuft sich auf 269,00 Millionen Euro, der Lohn des Vorstandsvorsitzenden, Herrn Zeitz, auf 7,2 Millionen Euro jährlich. In diesem Jahr wird mit einer noch größeren Umsatzsteigerung gerechnet - Olympia und UEFA EM stehen vor der Tür.
Demgegenüber stehen die Aussagen von über 320 ArbeiterInnen, die der Kampagne für `Saubere`Kleidung schilderten,
- dass sie drei bis sechs Überstunden täglich arbeiten
müssen. Summiert bedeutet dies 70 Stunden Arbeit die
Woche. Zusätzlich sprechen sie von Loyalitätszeiten, die
eingefordert werden, was bedeutet, dass sie eine viertel
bis halbe Stunde vor Schichtbeginn Maschinen vorbereiten
und putzen müssen - komplett unbezahlt;
- dass ArbeiterInnen an Puma Linien massiv verbal und
physisch attackiert werden. Ein Beispiel: Gegenüber Play
Fair äußerte ein Arbeiter von der Puma Linie, dass ihm,
als er sein Soll nicht erfüllen konnte, die Stoppuhr ins
Gesicht geworfen wurde;
- dass GewerkschafterInnen fristlos entlassen wurden
Im aktuellen Puma-Geschäftsbericht steht, dass die Geschäftspolitik Pumas "auf einem Verhaltenskodex basiert, der für alle Produzenten verpflichtend ist";
Dies bedeutet,
- dass die Arbeitszeit ein Maximum von 48 Stunden die Woche
und 12 Stunden täglich nicht überschreiten darf;
- dass die Entlohnung die Grundbedürfnisse befriedigen
können muss;
- dass die Würde der Arbeiter und Arbeiterinnen respektiert
wird und keine Formen der Belästigung oder Beschimpfung
geduldet werden;
- dass die Organisationsfreiheit gewährleistet ist.
"Die Puma AG wird ihrer sozialen Verantwortung nicht gerecht", so Johanna Fincke, von der Christlichen Initiative Romero und bestärkt weiter: "Im Namen der ArbeiterInnen des Südens kann die Kampagne für `Saubere`Kleidung nicht für eine Entlastung des Vorstands stimmen." Die Frage an den Puma Vorsitzenden Zeitz und de Aufsichtsrat bleibt: "Welche Schritte wird die Puma AG unternehmen, um die Arbeitsrechtsverletzungen in ihrem Namen nachhaltig und umfassend zu beenden?"