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| photo: Hessische Staatskanzlei |
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Mehr als 20.000 Freunde für einen Freund „Dalai Lama“ |
Seine Heiligkeit der 14. Dalai Lama erhielt den Hessischen Friedenspreis in Wiesbaden
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| Wiesbaden, den 28. Juli 2005, Su-Kyung Han |
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Für den Dalai Lama wäre es das schönste Geburtstagsgeschenk gewesen, wenn er am 6. Juli seinen 70. Geburtstag in Lhasa, von wo er 1959 vor der chinesischen militärischen Eroberung Tibets fliehen musste, hätte feiern können. Sein unerschöpflicher Wunsch ging traurigerweise auch diesmal nicht in Erfüllung. Als kleinen Trost erhielt er am 27. Juli für seine Verdienste zur tibetisch-chinesischen gewaltlosen friedlichen Konfliktbearbeitung den Hessischen Friedenspreis 2005 der Albert Osswald-Stiftung, der bereits zum zehnten Mal verliehen wurde.
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| photo: Hessische Staatskanzlei |
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Wegen des enormen Interesses und zahlreicher Anfragen hielt der Dalai Lama eine öffentliche Rede. Unter dem Motto des Veranstalters „Freunde für einen Freund“ versammelten sich im Kurpark in Wiesbaden mehr als 20.000 Menschen, um seine sehr selten gewordenen öffentlichen Ansprachen zu hören und Seine Heiligkeit, die Weisheit des Dalai Lamas selbst zu erleben. In der Tat ist es eine einmalige Gelegenheit, denn aus gesundheitlichem Gründen sind seine öffentlichen Audienzen selbst im nordindischen Dharamsala, dem Sitz der tibetischen Exilregierung und der Residenz des Dalai Lamas, bis auf weiteres ausgesetzt.
Obwohl es ein ganz normaler Werktag war, waren dem Menschenandrang keine Grenzen gesetzt. Kein Wunder, dass so viele Menschen Urlaub genommen hatten, denn der Dalai Lama ist nach Angaben des Allensbach Instituts 2002 von den Deutschen zum weisesten lebenden Menschen der Erde gewählt worden, dies scheint sich nicht geändert zu haben. Viele nahmen den weiten Weg nach Wiesbaden auf sich, „Ich wollte schon um 8 Uhr hier sein, das habe ich leider aber nicht geschafft“, so eine Besucherin aus Bonn. Die Sicherheitskontrollen verlangsamten den Einlass der ungeduldigen Besucher, viele sorgten sich die Ansprache des Dalai Lamas und das Programm der TIPA (Tibetian Institute of Performing Art) zu verpassen, dennoch gab es keinerlei Beschwerden zu hören.
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Als der Dalai Lama, begleitet vom Hessischen Ministerpräsident Roland Koch, auf der Leinwand sichtlich wurde, brach spontaner Jubel unter dem Publikum aus. Die Menge schien vom Dalai Lama gerührt zu sein, „hätte ich das Fernglas dabei, das ich als Geschenk bekommen habe, könnte ich sehen, wer da alles gekommen ist, bis in die hinteren Reihen. Viele glauben, dass der Dalai Lama eine Wunderkraft besitzen würde. Diese muss ich leider enttäuschen“, so fing der Dalai Lama seine Rede an. Die Wunderkraft hätte er sicherlich am meisten dafür gebraucht, um sein von China besetztes Land und leidendes Volk zu befreien. Unglücklicherweise hat seine Wunderkraft bisher nicht gewirkt.
Statt Wunderkraft besitzt er innere Stärke, die das äußere Leiden überwindet, die friedensstiftende Überzeugung, die sich nicht von irgend welchen Argumenten mit guten Gründen irritieren lässt, die Geduld, die den besseren Weg und die friedlichen Mittel sucht, und das weiche Lächeln, das die wahre Zufriedenheit trotz aller Traurigkeit widerspiegelt. Von dieser Wunderkraft sind viele Menschen überwältigt, und unterstützen seine Mission, ohne Gewalt das Ziel zu erreichen. Der Dalai Lama redet nicht von der religiösen und philosophischen Welt und trennt nicht zwischen Religionen und Menschen, sondern übermittelt seine Weisheit in klaren und einfachen Worten, die jedermann verstehen und nachempfinden kann. So erkennt er keine prinzipiellen Unterscheide der Religionen und Menschen, wichtig sei die innere Tiefe, die über das Leiden die Lebensfreude setzt, und die Geduld, die nicht zu Schaden führt und nicht warten heißt, sondern eine Suche nach konstruktiveren Methoden bedeutet.
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Die Forderung des Dalai Lamas und tibetischen Volkes reduzierte sich darauf, auf eigenem Land in eigener Sprache und Religion friedlich leben zu können, als territorialer Bestandteil Chinas. Dieses Grundrecht, das jedem Volk zugestanden werden sollte, ist noch immer von der chinesischen kompromisslosen Vorstellung weit entfernt. Der größte Wunsch des Dalai Lamas ist einen 80. Geburtstag in seiner Heimat Lhasa feiern zu können. Dafür braucht er keine Gewalt sondern eine stärkere Unterstützung der Menschen und Regierungen in der Welt.
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