Irak: Keine Entwarnung |
Neue Osnabrücker Zeitung
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| Osnabrück (ots), 30. Dezember 2008 |
Geschichte aufzuschreiben ist einfacher, als Geschichte zu
schreiben. Wie der Irak-Krieg ausgeht, ist auch im fünften Jahr
offen. Obwohl die Gewalt drastisch zurückgegangen ist, gibt es keinen
Grund zur Entwarnung. 9000 Tote sind 9000 Opfer zu viel.
Doch es gibt auch keinen Anlass, vor Saddam-Anhängern und
Extremisten zu kapitulieren. Insbesondere nicht für die irakische
Regierung. Sie ist kein demokratisches Traumteam. Die Koalition von
Schiiten und Kurden hat jedoch den Bürgerkrieg stoppen können. Die
Sicherheitskräfte haben an Schlagkraft gewonnen. Zudem operieren
sunnitische Stämme erfolgreich gegen Terrorgruppen.
Noch reißen Selbstmordattentäter Iraker mit in den Tod. Der
jüngste Eklat beim Besuch des US-Präsidenten Bush in Bagdad
offenbarte auch, wie zerrissen das Krisenland nach wie vor ist. Aber
der Irak hätte viel erreicht, wenn die Gegner der irakischen
Regierung künftig nur noch Schuhe statt Bomben werfen würden.
Bis dahin müssen schiitische und sunnitische Araber sowie Kurden
viele Hürden überwinden. Sie stehen nun in der Verantwortung, ein
neues Kapitel in ihrer Geschichte aufzuschlagen. Niemand sonst.
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