Afrika ist im Aufbruch, Afrika ist die Zukunft |
ÜberMorgen – Trendsetter Afrika (2) |
| Prince Kum’a Ndumbe III, Douala/Bayreuth, den 14. Nov. 2011 |
Bevölkerungswachstum, ein Aufbruch der Jugend
Juli 1961 – November 2011, Afrika zählte damals bei meiner ersten Deutschlandreise vor 50 Jahren 257 Mio. Einwohner, heute sind wir über 1 Milliarde Menschen mit der weltweit höchsten Geburtenrate von 3,4%. Im Jahre 2050, in nur 39 Jahren also, werden voraussichtlich 2 Milliarden Menschen den afrikanischen Kontinent bevölkern, 2,7 Milliarden sogar 2060, nach Prognosen der Afrikanichen Entwicklungsbank und der Weltbank .2) Jeder 5. Erdeinwohner wird in Afrika ein Zuhause haben, sagen uns die Projektionen der Weltbevölkerungstendenz.
Bedenken wir, dass nach der Entvölkerung durch Sklavenrazzia und 16 Jahre nach der Berliner Kolonialkonferenz, im Jahre 1900 also, der afrikanische Kontinent nur 133 Mio. Eiwohner zählte, was eben nur 8,1% der Weltbevölkerung ausmachte. Im Jahre 2050 wird dieser Anteil auf 19,8% steigen, d. h. jeder fünfte Erdbewohner ist dann aus Afrika. Und diese afrikanische Bevölkerung ist jung, sehr jung. Über die Hälfte der Einwohner dieses Kontinents ist heute unter 30. In Tunesien sind die Jugendlichen 51% der Bevölkerung, in Ägypten 61% und im bevölkerungsreichsten Staat Afrikas, in Nigeria sogar 64,5%. Bei 2050 sollen 29% der jugendlichen Weltbevölkerung in Afrika leben, d.h. einer von 3,4 jungen Menschen weltweit lebt dann in Afrika. Diese Menschen leben und werden auch weiterhin in Afrika leben und nach ihrem Erdenglück suchen.
Ein Vergleich mit der Europäischen Union von 27 Staaten kann die Tendenz verdeutlichen. Die 501 Mio. EU-Einwohner am 1. Januar 2010 werden voraussichtlich 525 Mio. im Jahre 2035 sein, 526 Mio. im Jahre 2040 aber auf 517. Mio im Jahre 2060 zurücksinken. Dabei bilden Menschen mit 65 und mehr 17% der Bevölkerung im Jahre 2010 und schon 30% im Jahre 2060. Menschen mit 80 und mehr bilden dann in der gleichen Zeitspanne 5% und 12% .3) Die Entwicklungen sind also in Afrika und Europa entgegengesetzt. Wo leben denn diese Afrikaner oder Europäer heute oder in der Zukunft?
UNO Statistiken zufolge lebten im Jahre 2010 97% der Menschen weltweit in ihrer ursprünglichen Heimat, nur etwa 3%, also 214 Mio. wanderten aus. 70 Mio. Migranten, die in einem Land des Südens geboren wurden, leben in einem Land des Nordens, andere 70 Mio. dieser Bürger aus dem Süden wanderten in ein anderes Land des Südens aus, 59 Mio. Menschen aus dem Norden wanderten in ein anderes Land des Nordens aus, und 15 Mio. Bürger des Nordens wanderten in ein Land des Südens aus. Im März 2011 lebten von der einen Milliarde Afrikaner 30 Mio. im Ausland.
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Das Verscheuchungsspiel mancher Politiker über die „Invasion der Barbaren aus dem Süden“ sollte uns angesichts dieser Statistiken nachdenklich stimmen.
Was Afrika betrifft, wandern die Afrikaner eher in ein anderes afrikanisches Land, auch in Kriegszeiten, als aus ihrem Kontinent aus. Die interne kontinentale Migration macht über 90% der gesamt afrikanischen Migration aus, die Migration ausserhalb Afrikas hält sich in Grenzen mit 10% der Migranten, davon gehen nach Europa 63% und nach Nordamerika 31%, der Rest in andere Regionen der Welt. Die Nordafrikaner allerdings wandern zu 90% ins nördliche Ausland, auch wegen der nahen Nachbarschaft zu Europa. Nach Angaben der Weltbank von 2011 wandern die afrikanischen Migranten zu 9% nach Frankreich, zu 8% in die Elfenbeinküste, zu 6% nach Südafrika, zu 5% nach Saudiarabien, zu 4% nach England, zu 4% in die USA, usw. Fazit: Die Afrikaner bleiben hauptsächlich bei sich zuhause. Nur muss dafür gesorgt werden, dass dieser Milliarde Menschen Zugang zu einer effizienten Bildung und Ausbildung vor Ort gewährt wird. Ich gebe als Beispiel nur die Entwicklung der Hochschullandschaft an.
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| photo: book cover |
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2) Für die hier aufgeführten Zahlen aus diversen Statistiken, siehe African Development Bank, African Statistical Journal, Bd 1-7. Hier nur Angaben zum Vortrag. Die zu veröffentlichende Version enthält alle detaillierten Quellenangaben.
3) Nach Angaben von Eurostat vom 8. Juli 2011 für die Zeit 2010-2060
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